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Mitgliederversammlung des Fördervereins

ERFURT, den 25.08.2007 - Zum „Forum: Frauen in Wirtschaft, Forschung und Kultur“ waren am 25.08.2007 Liberale Frauen aus ganz Deutschland nach Erfurt gekommen. „Die Liberalen Frauen wollen mit dieser Veranstaltung engagierten Frauen aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen, Frauen mit unterschiedlichen Werdegängen, Frauen aus Ost und West ein Forum zum Erfahrungsaustausch bieten,“ so Sibylle Laurischk in ihrer Begrüßungsrede.

Unter Leitung von Nora Jordan-Weinberg diskutierten Dr. Ina Bornkessel-Schlesewsky, Gruppenleiterin am Max-Plank-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, Dr. Annelore Altendorf-Hofmann, Leiterin des Tumor-Zentrums an der Universitätsklinik Jena, und Doris Schmidt, Dramaturgie-Assistentin am Theater in Erfurt mit den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern.

Dr. Ina Bornkessel-Schlesewsky kann im Alter von 26 Jahren schon auf eine Vielzahl von beruflichen Erfolgen und Auszeichnungen zurückblicken. Sie war mit 22 Jahren die jüngste Doktorin der Max Planck Gesellschaft. Die diplomierte Sprachwissenschaftlerin betreibt heute Grundlagenforschung und möchte herausfinden, was in unserem Gehirn passiert, wenn wir sprechen und Sprache hören. Trotz lukrativer Angebote aus dem Ausland habe sie sich dafür entschieden in Deutschland zu bleiben und hier ihre Forschung zu betreiben. Deutschland biete gerade für Grundlagenforschung, wie sie sie betreibe, beste Voraussetzungen. Außerdem würde in Deutschland mit den Juniorprofessuren jungen Wissenschaftlern hervorragende Chancen geboten. Auf die Problematik des Spracherwerbs bei Ausländerkindern in Deutschland angesprochen, teilte Frau Dr. Ina Bornkessel-Schleswesky mit, dass Kinder praktisch von alleine die Sprache erlernen würden, man müsse sie nur in das entsprechende soziale Umfeld bringen.

Wie Dr. Bornkessel-Schlesewsky ist auch Prof. Dr. Annelore Altendorf-Hofmann mit Begeisterung Forscherin. Die Tatsache, dass sie sich dazu entschlossen hat, Medizin zu studieren, hatte auch etwas damit zu tun, dass sie andere verstehen wollte. Die Mutter einer Tochter studierte zunächst Mathematik und arbeitete an einem gemeinsamen Projekt von Medizinern und Mathematikern mit. Dabei zeigte sich, dass es für beide Gruppen schwierig war, der anderen Gruppe verständlich zu machen, was sie wollte und brauchte. Die Fachsprachen waren einfach zu unterschiedlich.

Doris Schmidt wuchs im Thüringer Wald auf. Sie erlernte zunächst den Beruf der Technischen Zeichnerin und holte daneben ihr Abi an der Volkshochschule nach. Sie schilderte ihren beruflichen Werdegang in der DDR. Für die Zuhörerinnen aus dem Westen wurde dabei deutlich, dass man in der DDR nicht frei entscheiden konnte, welchen Beruf man wählt. Sie musste sehr viele Umwege in Kauf nehmen, um letztendlich Dramaturgin am Theater werden zu können.

Die Diskussion zeigte auch, dass man viel organisieren muss, wenn Kinder da sind, damit nicht Familie oder Beruf zu kurz kommen. Kinder und Karriere sind aber durchaus unter einen Hut zu bringen. Trotz der unterschiedlichen Biographien wurde in der Diskussion deutlich, dass man nie sein Ziel aus den Augen verlieren sollte, wenn man etwas erreichen möchte. Manchmal sind Umwege erforderlich, um ans Ziel zu gelangen.

Beim anschließenden Sektempfang gab es Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch.