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LAURISCHK: Gezieltes Handeln gegen Genitalverstümmelung ist überfällig

BERLIN, den 05.02.2009 - Zum morgigen Welttag gegen Genitalverstümmelung erklärt die Sprecherin für Integration und Migration Sibylle LAURISCHK:

Die Genitalverstümmelung in all ihren Erscheinungsformen ist eine der gravierendsten und durch nichts zu entschuldigende Menschenrechtsverletzung an Frauen und Mädchen. Die von Genitalverstümmelung bedrohten Frauen und Mädchen brauchen unsere Aufmerksamkeit und Unterstützung, gerade von Erziehern, Lehrern, Ärzten, Polizisten und Mitarbeitern von Beratungsstellen, Jugendämtern und Ausländerbehörden. Das Thema muss Eingang finden in die Lehrpläne und Curricula der angesprochenen Berufe, denn Genitalverstümmelung muss als Problem bekannt sein.

Doch nur ein kleiner Teil der Fälle findet in Deutschland statt. Wir müssen diesem Thema ein stärkeres Gewicht in der Entwicklungszusammenarbeit geben und das Gespräch mit religiösen Führern in den betroffenen Staaten suchen, um den Teufelskreis aus Schande und Gewalt zu durchbrechen. Die Frauen und Kinder müssen eine Perspektive wie etwa alternative Initiationsriten angeboten bekommen, die Beschneiderinnen selbst brauchen berufliche Angebote, um nicht auf diese grausame Einnahmequelle angewiesen zu sein.

Für die Bekämpfung im Inland sollte eine interministerielle Arbeitsgruppe aus Bund, Ländern und Nichtregierungsorganisationen eingesetzt werden. Die Bundesregierung muss endlich handeln.